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Beteiligung und Kinderrechte bei der Sommerakademie - Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft


Hier wurde ich Teil einer großartigen Bewegung - die Sommerakademie der Bertelsmann-Stiftung


Durch Zufall war ich bei Recherchen zum Thema Beteiligung von Kindern, im Internet auf die "Sommerakademie jungbewegt" der Bertelsmann Stiftung gestoßen. Auch wenn ich einige Zeit brauchte, um mich durch alle Infos auf der Seite durchzuarbeiten, stand nach kurzer Zeit fest - WOW - was für ein Angebot! Zwei Tage volles Programm zum Thema Beteiligung von Kindern in Kindertagesstätten, in einem traumhaften Tagungshotel in Potsdam und noch dazu völlig kostenlos! (Bis auf die Übernachtungen)


Da wollte ich unbedingt hin und so schrieb ich direkt die Bertelsmann-Stiftung an und erkundigte mich nach freien Plätzen. Und siehe da, nicht nur gab es freie Plätze, es war auch das erste Jahr, in dem die Sommerakademie, außer für MultiplikatorInnen, auch für andere Interessierte geöffnet war. So meldete ich mich direkt an und konnte auch meinen Arbeitgeber, die Brücke Rendsburg-Eckernförde e. V. davon überzeugen, dass dies eine wunderbare Weiterbildungsmöglichkeit wäre.


Voller Vorfreude machte ich mich dann an einem Freitagmorgen von Rendsburg auf den Weg nach Potsdam, wo all meine Erwartungen übertroffen wurden! Nicht nur waren das Hotel selbst und das Essen großartig -



vor allem waren die Menschen und die Inhalte fantastisch!


Noch nie habe ich so eine Menge an positiver Energie, Tatendrang und Freude am Thema gespürt, weder im Kita-Kontext noch bei irgendeiner anderen Veranstaltung, die ich bisher besucht habe.


Viele Menschen, von denen ja fast alle die Weiterbildung zur MultiplikatorIn gemacht hatten, kannten sich bereits und es war eine große Herzlichkeit und gegenseitiges Interesse an laufenden und kommenden Projekten vorhanden. Das Gefühl, dass alle zusammen an einer großen gesellschaftlichen Veränderung in unterschiedlichsten Positionen (Fachkräfte in Kitas, Kitaleitungen, FortbildnerInnen, TrägervertreterInnen, GemeindepolitikerInnen, WissenschaftlerInnen u.v.m.) mitwirken war Teil der gesamten Sommerakademie.


In den Vorträge und Workshops wurde Beteiligung von Kindern und vor allem, die Weiterbildung von Fachkräften, auf -für mich- ganz neuem Niveau diskutiert. Ich hatte das Gefühl, dass meine planlosen inneren Überzeugungen hier sortiert, überarbeitet und in Worte und Konzepte gefasst worden waren und nun weiter diskutiert wurden. Es gab sehr viele Erfahrungsberichte aus unterschiedlichsten Kitas in ganz Deutschland. Was lief gut, wo gerieten Dinge immer wieder ins Stocken, was waren die häufigsten Ängste und Probleme.



Das besondere war die innere Überzeugung


Alle MultiplikatorInnen dort konnten so hinter ihrer Sache stehen und dafür mit aller Leidenschaft eintreten, weil sie selbst erfahren hatten wie ihre veränderte Haltung und ihr veränderter Umgang mit Kindern wiederum bei den Kindern und in den Kitas Veränderungen bewirkten. Sie haben alle selbst erlebt, wie sie Kinder und Erwachsene dazu befähigen können, sich wirklich an Dingen, die ihnen wichtig sind, zu beteiligen.


Sie haben erlebt, wie sich über die Beteiligung Persönlichkeiten verändern, alte Strukturen aufbrechen und wie Erziehung und Bildung über Beziehung möglich werden. Ich glaube, dass diese innere Überzeugung nur dadurch möglich ist, dass die Menschen auf der Sommerakademie während ihren Weiterbildungen zu MultiplikatorInnen wirklich alle die Möglichkeit hatten, diese Veränderungen selbst zu erleben.



Für mich war diese Sommerakademie das Gefühl endlich angekommen zu sein


Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ich habe sehr oft das Gefühl alleine dazustehen. Sowohl im privaten, mit meinen Erziehungsüberzeugungen bei meinen eigenen Kindern, als auch beruflich in Kitas. In der Hauptsache weicht meine Meinung beim Thema "Persönliche Freiheit" ab und das ist für mich ganz eng mit Beteiligung verknüpft.


Auf der Sommerakademie hatte ich das erste Mal überhaupt, das Gefühl, dass viele Menschen hier so denken wie ich. Dass sie hinterfragt haben mit welchem Recht Erwachsene die persönlichen Freiheiten von Kindern permanent beschneiden und was das für die Kinder jetzt und in ihrer weiteren Entwicklung bedeutet.


Das Kind als ursprünglich soziales kooperatives Wesen steht hier im Vordergrund, das grundsätzlich versucht sich in seine persönliche Lebenswelt einzufügen und mit den vorhandenen Menschen und Umständen klarzukommen.


Das Kind als Persönlichkeit von Anfang an, das Lernen will und muss, um in seinem Lebensumfeld überhaupt überleben zu können. Und das immer das lernen wird, was ihm für die Bewältigung seiner aktuellen Aufgaben hilfreich ist.


Hier, bei der Sommerakademie, und später, bei der MultiplikatorInnenausbildung, dachten die Menschen auch so wie ich. Und nicht nur das, sie konnten das Ganze sogar mit Erkenntnissen aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Fachrichtungen unterfüttern und belegen.


Hier, unter den ganzen anderen "Multis", hatte ich einerseits das warme Gefühl von "angekommen sein" und andererseits die Schmetterlinge der Aufbruchstimmung im Bauch - Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft eben :)



Hier erfahrt ihr mehr über das Projekt "jungbewegt" auf der Seite der Bertelsmann Stiftung oder auf der Seite des Instituts für Partizipation und Bildung.



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